Rückblick auf die Gemeindeversammlung vom 10. Juli 2016

gemeindeversammlung_2016

Im Anschluss an den Gottesdienst, bei dem der neuer Konfirmandenjahrgang – 35 Mädchen und 13 Jungs – vorgestellt wurde, begrüßte der Vorsitzende der Gemeindeversammlung, Dieter Müller Gottesdienstbesucher und Gemeindeglieder zur 1. Gemeindeversammlung im Jahr 2016. Nach einem herzlichen Willkommen, leitete er schnörkellos zur diesmal umfangreichen Tagesordnung über

1) Aktuelle Informationen aus dem Kirchengemeinderat

Isolde Dobhan informierte über personelle Veränderungen. So hatten sich bei der Konstituierung nach den Kirchenwahlen Ende 2013 Isolde Dobhan und Rainer Dörlich bereit erklärt, mit Blick auf den personellen Wechsel auf den Pfarrstellen und die anlaufenden Bauangelegenheiten gemeinsam den Vorsitz zu übernehmen. Das Mandat dieser „Doppelspitze“ war jedoch von Anfang an begrenzt und läuft im Sommer 2016 ab. Isolde Dobhan nahm dies zum Anlass –auch im Namen von Rainer Dörlich- für die Unterstützung in den vergangenen Jahren zu danken. Derzeit finden Gespräche über den künftigen Vorsitz statt, im September soll dann eine neue Vorsitzende oder ein neuer Vorsitzender vom Kirchengemeinderat gewählt werden. Zudem hat die KGR-Rüste im Januar im Kloster Bad Wimpfen gezeigt, dass es Bedarf für eine zielgruppenorientierte Verstärkung im Kirchengemeinderat gibt. Auch hierzu wurden und werden derzeit Gespräche geführt, mit dem Ziel mindestens 2 zusätzliche Kirchenälteste im Laufe des Jahres nachzuwählen.

2) Projekte der Kirchengemeinde

a) Arbeitskreis Asyl: Pfarrerin Marina von Ameln unterrichtete die Gemeindeversammlung von der Arbeit des AK Asyl. Nachdem der Arbeitskreis auf wesentliche Initiative der Kirchengemeinde hin gegründet und über die Anfangsjahre durch die offenen Angebote im Gemeindehaus und auch personell durch Gemeindediakon und Pfarrerinnen entscheidend unterstützt wurde, ist mit dem Bezug des Begegnungshauses im alten Pfarrhaus nun ein neuer Abschnitt angebrochen. Dies zeigt sich nicht zuletzt dadurch, dass es dem AK Asyl möglich ist, dank der großen Spendenbereitschaft der Walldorfer eine auf 2 Jahre befristete 50% Projektstelle zu schaffen. Diese Projektstelle wird über die Diakonie Baden bereitgestellt, die die Stelle aus Eigenmitteln um weitere 25% aufstockt. Somit besteht mit David Kurlberg seit Juni ein hauptamtlicher Ansprechpartner, der in Abstimmung mit Michael Jungbauer von der Stadt Walldorf und Rainer Eder vom Arbeitskreis die Geschicke der Asylarbeit koordinieren wird. Daher können sich Pfarrerinnen und Gemeindediakon aus dem „Tagesgeschäft“ des Arbeitskreises zurückziehen, bleiben aber weiter in verschiedenen Funktionen in der Arbeit für die Flüchtlinge tätig. Um dringende Unterstützung wird bei der Suche nach Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge gebeten, sowie in der ehrenamtlichen Arbeit u.a. im Bereich Sprache.

b) Familienzentrum: Oliver Tuscher berichtete über Veränderungen im Familienzentrum e.V. Auch diese gesellschaftliche Initiative geht auf die Evang. Kirchengemeinde zurück, die den Verein nicht zuletzt personell durch die Arbeit von Oliver Tuscher im Vereinsvorstand wesentlich unterstützt hat. Das Familienzentrum ist bisher ein Verein, der es sich zum Ziel gesetzt hat die bestehenden Angebote für Familien in Walldorf zu ergänzen. Vom Stillcafé über den Generationentreff Café Mitte bis zum Besuchsdienst für Eltern mit neugeborenen Kindern und einigem mehr wird ein breites Angebot unter dem Motto „Beratung-Bildung-Begegnung“ geboten. Da sich aber die Vereinsform als nicht ideal herausgestellt hat, ist geplant das Familienzentrum künftig unter eine Trägerschaft aus evang. Kirchengemeinde, kath. Seelsorgeeinheit und Zipfelmützen e.V. zu stellen. Die Stadt Walldorf fungiert als vierter Partner, der das Angebot ideell und finanziell stark unterstützt. Die enge Kooperation aller Beteiligten soll so weiter zum Wohle der Familien beitragen und das Familienzentrum fit für die Zukunft machen.

c) Kindergarten:Auch im Evang. Kindergarten stehen personelle Veränderungen an. Oliver Tuscher gab bekannt, dass Nelli Kindler, die seit fast 20 Jahren in unserer Einrichtung arbeitet, zum 01.09.16 ihren verdienten Ruhestand antreten wird. Diesem Abschied, steht aber auch ein Neubeginn gegenüber. Die Kirchengemeinde freut sich, dass es möglich ist, die beiden bisherigen Anerkennungspraktikantinnen, Christina Schmitt und Shqipdona Ahmaxhejkay als Erzieherinnen zu übernehmen. Beide haben gerade ihre Ausbildung in unserem Kindergarten sehr gut abgeschlossen und werden das Team ab September ergänzen. 2017 steht dann eine weitere Veränderung bevor: Die Pensionierung unserer Kindergartenleiterin Gisela Schwara, die zum Sommer nächsten Jahres aus dem Berufsleben ausscheiden wird. Ihre Verabschiedung wird ihrem Wunsch entsprechend im Rahmen eines Gottesdienstes mit „Kind & Kegel“ stattfinden. Um einen guten Übergang zu ermöglichen soll die Leitungsstelle zum Mai 2017 neu besetzt werden und wird daher bereits nach den Sommerferien ausgeschrieben.

2) Bauangelegenheiten:

a) Stadtkirche: Pfarrerin Wibke Klomp hob die hohe Identifikationsfunktion unserer schönen Kirche für viele, auch die nicht so kirchlich gebundenen Walldorferinnen und Walldorfer hervor. Allerdings erfordert ein so alter Sandsteinbau auch regelmäßige Renovierung, so dass auch heuer wieder Arbeiten an der Fassade erforderlich sind. Sie dankte in diesem Zusammenhang nicht nur der Spendenbereitschaft der Gemeinde, sondern auch der Stadt Walldorf für ihre Unterstützung bei der Erhaltung dieses stadtbildprägenden Bauwerks. Eine weitere investive Maßnahme wird im kommenden Jahr die Orgel betreffen. Hier hat die Firma Freiburger Orgelbau die Ausschreibung für die Generalsanierung der Orgel gewonnen, die im Frühjahr 2017 beginnen soll. Möglichst vor Jahresende soll die runderneuerte Orgel dann in neuem Klang erklingen.

b) Pfarrhäuser: Isolde Dobhan informierte darüber, dass nach dem Verkauf des alten Pfarrhauses in der Oberen Grabenstraße durch die Pflege Schönau an die Stadt Walldorf derzeit Planungen für einen Pfarrhausneubau im Südteil des Grundstücks laufen. Sowohl bei Verkauf als auch Neubau ist die Kirchengemeinde allerdings nur indirekt beteiligt, Eigentümer des Grundstücks und Nutznießer des Verkaufs ist die Pflege Schönau, die ihrerseits verpflichtet ist, der Kirchengemeinde ein Pfarrhaus bereitzustellen. Das zweite –und tatsächlich im Eigentum der Kirchengemeinde befindliche- Pfarrhaus im Erlenweg musste auf Weisung des Evang. Oberkirchenrats in Karlsruhe dieser Tage verkauft werden, da eine vollständige, auch ökologische Sanierung zu teuer geworden wäre. Die Kirchengemeinde sucht daher nun einen Bauplatz für ein Pfarrhausneubau ist dankbar für Hinweise oder Angebote.

c) Gemeindehaus: Oliver Tuscher berichtete vom Stand der Bauarbeiten. So sind die Sanierung der WC Anlagen mit dem neuen Wickelplatz, der Aufzug, der das Haus barrierefrei macht, der Umbau der Teeküche und Teile der Haustechnik bereits fertiggestellt. Die restliche Haustechnik und die neue Lüftungsanlage werden bis Mitte August abgeschlossen sein. Der letzte Bauabschnitt, der u.a. Erneuerung der Verglasung aber auch einige Umbauten im Erdgeschoss vorsieht, steht noch aus. Um all diese Arbeiten auch finanziell zu einem guten Ende zu bringen, wird die in diesen Tagen beginnende Haussammlung wieder der Sanierung des Gemeindehauses zu Gute kommen.

4. Stiftung:

Rainer Dörlich erläuterte, die Entscheidung für die Gründung der „Stiftung Evangelische Kirchengemeinde Walldorf“. So führt der demographische Wandel dazu, dass Deutschland kleiner und älter wird. Konkret bedeutet das, dass es in gut 25 Jahren landesweit 30% weniger Christinnen und Christen geben wird. Ein solcher Rückgang wird dramatische Auswirkungen auf die volkskirchlichen Strukturen haben – insbesondere die Versorgung mit Pfarr- und Gemeindediakonenstellen. In Walldorf hat in den letzten 20 Jahren der sich in jedem Jahr manifestierende „Überhang“ von Bestattungen gegenüber Taufen i.W. zum Rückgang der Gemeindegliederzahl um 15% beigetragen. Standen Walldorf daher vor 20 Jahren noch 3 Pfarr-/Gemeindediakonenstellen zu, sind es heute nur noch 2,2 Stellen. Nur dank der hohen Spendenbereitschaft gelingt es seit 10 Jahren, eine halbe Stelle aus Eigenmitteln der Gemeinde zu finanzieren. Doch auf Dauer wird das nicht reichen. Daher die Gründung der Stiftung, deren wesentliches Ziel es sein wird, mindestens eine Pfarr-/Gemeindediakonenstelle unabhängig von der Finanzsituation der Kirche aus Eigenmitteln zu finanzieren. Rainer Dörlich appellierte an die Gemeindeglieder, zu Botschaftern dieser Stiftung zu werden, die am 31.10.2016 im Rahmen des Reformationsgottesdienstes gegründet wird. Damit möglichst viele Menschen von der Stiftungsidee überzeugt werden und ihr Vermögen der Stiftung anvertrauen, zur Sicherung von Verkündigung, Seelsorge und diakonischem Wirken in Walldorf.

5. Aktuelles aus dem Kirchenbezirk:

Pfarrerin Wibke Klomp berichtete abschließen über die Planung des Kirchenbezirks Südliche Kurzpfalz im Blick auf das Reformationsjubiläum 2017. Oliver Tuscher gab abschließend einen kurzen Ausblick auf die Aktionen der Kirchengemeinde im Jubiläumsjahr. Das ganze Programm für 2017 soll dann beim dies jähren BAZAR am 18. September vorgestellt werden – herzliche Einladung auch hierzu.

Nach einer abschließenden Fragerunde schloss Dieter Müller die Gemeindeversammlung mit einem herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

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