Punktsieben mit Dr. Michael Frieß am 01.11.2015

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Rückblick und Bericht der Punktsieben Veranstaltung zum Thema Sterbehilfe mit Referent Dr. Michael Frieß am 01.11.2015

Herr über Leben und Tod oder Gott der Liebe?

Vor der Entscheidung des Bundestages über die Neuregelung der Sterbehilfe nahm sich die Projektgruppe Punktsieben der Evangelischen Kirchengemeinde Walldorf erneut dieses brisanten Themas an. Moderator Ralf Tolle vom Team Punktsieben begrüßte den evangelischen Pfarrer und Buchautor Michael Frieß, der bereits vor drei Jahren bei dem Walldorfer Diskussionsforum zu Gast war.
Frieß betont, dass es sich auch innerhalb der Kirche um ein kontroverses Thema handle. Aus seiner Erfahrung als Rettungsassistent berichtet er von einer Frau, die einen Herzschlag erlitten hat. Jahrtausende lang hätte gegolten, dass diese Frau nun tot sei: Gott ist Herr über Leben und Tod. Doch heute sei die Situation anders: Das Herz der Frau wird reanimiert. Im Krankenhaus liegt sie bewusstlos, ein starker Hirnschaden wird festgestellt. Beginnt man jetzt mit einer künstlichen Ernährung, so dass der komatöse Zustand Jahre andauern kann? Die Entscheidung muss jetzt gefällt werden: von Menschen.
Frieß berichtet auch von den vier im Bundestag zur Abstimmung gestellten Gesetzentwürfen. Die größten Aussichten habe eine Regelung, die besage, dass nur Angehörige beim Sterben helfen dürfen.
Der „Konfrontator“ , Vorsitzender des Fördervereins Hospiz Agape Hans Klemm stellt seine Ausführungen unter das Stichwort: „Der verbleibenden Zeit mehr Leben geben!“ Es gehe in der Hospizarbeit um die Würde des Menschen am Lebensende, um persönliche Sorge und um weitgehende Schmerzmilderung. Sterbehilfe lehne der Hospizverein ab.
Alles in allem war es ein aufschlussreicher aber auch sehr bewegender Abend, der jeden einzelnen zum Nachdenken anregte.

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