Matthäus-Passion in der Stadtkirche

Ein ganz besonderes Konzert gab es am Palmsonntag in der Stadtkirche Walldorf zu hören: die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach in der Fassung von Felix Mendelssohn Bartholdy, aufgeführt von der Kantorei an der Stadtkirche Wiesloch gemeinsam mit der Kantorei Walldorf, begleitet vom Ensemble Operone. Der ökumenische Arbeitskreis Walldorfer Kirchenmusiken hat das Konzert veranstaltet und finanziell unterstützt. Die Bearbeitung von Mendelssohn wurde vor 200 Jahren zum ersten Mal aufgeführt und ist mit zwei Stunden Spieldauer deutlich kürzer als Bachs Original. Das machte das Erlebnis vielleicht noch intensiver. Die beiden Chöre mit ihren Chorleitern Andrea Stegmann und Christian Schaefer hatten sich über Monate darauf vorbereitet.

Großer Dank und Anerkennung an Andrea und Christian für die Idee, Initiative und Durchführung dieses großen Projekts.
Bei der Einführung in das Werk am 20. März hatte Professor Bernd Stegmann die Matthäus-Passion als „Mount Everest der Kirchenmusik“ bezeichnet. Im wahrsten Sinne war es ein Kraftakt aller Beteiligten, umso schöner war es, nach Monaten der Planung, Vorbereitung und Proben endlich zum Konzert zu kommen. Die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt, und auf den Podesten im Altarraum drängten sich etwa 100 Sängerinnen und Sänger, die das Orchester umringten, das den Chor und die Solisten professionell begleitete.

Intensive zwei Stunden Musik, die den Leidensweg Jesu erzählen. Abwechslungsreich mit Chorälen, Arien, Rezitativen und Turba-Chören. Die Arien und Rezitative wurden eindrucksvoll und gefühlvoll von den Solisten Carmen Buchert (Sopran), Pauline Stöhr (Alt), Matthias Horn (Bass), Michael Roman (Jesus) und Sebastian Hübner (Tenor, Evangelist) vorgetragen.

Der erste Teil, dirigiert von Christian Schaefer, erzählt die Geschichte bis zur Gefangennahme Jesu und erreichte den Höhepunkt mit dem Turba-Chor „Sind Blitze, sind Donner“, bei dem die Kirche zu beben schien. Doch mit dem anschließenden „O Mensch, bewein dein Sünde groß“ klang der erste Teil besinnlich aus. Im zweiten Teil, dirigiert von Andrea Stegmann, wurde es dann immer dramatischer, der Evangelist – toll: Sebastian Hübner – führte eindrucksvoll durch die Handlung und riss die Zuschauer und die Mitwirkenden mit. Auch dieser Teil klang mit einem versöhnlichen ruhigen Satz „Wir setzen uns mit Tränen nieder“ aus.

Der langanhaltende Applaus belohnte alle Beteiligten. Wie schön, dass wir eine solch großes Projekt gemeinsam mit Wiesloch durchführen konnten, professionell unterstützt vom Ensemble Operone und den tollen Solisten. Nach dem Konzert saßen die Sängerinnen und Sänger der beiden Kantoreien noch lange gemütlich beisammen und waren sich einig: Das soll sicher nicht die letzte Zusammenarbeit dieser Art gewesen sein.

 


Foto: Martin Lang

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