Sommer, Sonne, Urlaub

Wir sind fest davon überzeugt, dass Gott das nicht so vorgesehen hat. Es wird endlich Sommer, dachten wir Anfang Mai noch. Und haben zwar ahnen können, aber nicht damit rechnen: Dass es dann schon im Mai so heiß wird. Und im Juni dann unerträglich. Und ja, das ist anders, als man sich den Sommer vorstellt. Und sicher anders, als Gott ihn sich für uns vorstellt. Von der Sonne bescheinen lassen, Wärme tanken, Vitamin D aufladen, das Schwimmbad genießen, irgendwo sitzen und etwas Kühles trinken. Das gefällt ihm sicher. Weil es uns gut tut. Aber die Sonne wird gefährlich, weil der Mensch die Erde aufheizt. Und das ist jetzt auch bei uns angekommen, die wir bisher ein gemäßigtes Klima genießen konnten. Die Hitze tötet Menschen und „etwas trinken“ wird vom Vergnügen zur Notwendigkeit. Und selbst der sonst eher kühlere Kirchenraum heizt sich auf über 30 Grad auf und speichert diese Wärme – von Kranken- und Pflegezimmern und Dachwohnungen ganz abgesehen. Wenn man das realistisch sieht, mit allen Wissenschaftlern, die annähernd etwas von Klima verstehen, dann wird das nicht das letzte Mal so sein. Sondern es wird zum Üblichen, was uns in den Sommern erwartet.

Dabei brauchen wir den Sommer so sehr. Eben wegen all dem, was oben aufgezählt ist. Weil wir erholen müssen in der Mitte des Jahres. Und weil wir die Wärme brauchen für uns selbst, und die Pflanzen und die Tiere genauso.

Wir können nur hoffen, dass es uns gelingt, Hitzeperioden erträglicher zu machen, ohne gleichzeitig die Umwelt weiter zu beschädigen. Dass es uns gelingt, unsere Lebensweise zu ändern, die auf Kosten der Umwelt und des Klimas geht. Ich hoffe, dass uns die Menschen, die besonders darunter leiden, wirklich am Herzen liegen. Dass wir für die Älteren, die Kinder, die Angeschlagenen, die in den Dachwohnungen und in den Krankenhäusern und Pflegeheimen Wege finden, sie vor der Hitze zu schützen. Auch das gehört sicher zur Bewahrung der Schöpfung dazu. Und wird dazu helfen, dass der Sommer wieder – unter erschwerten Bedingungen – zu der Jahreszeit wird, in der wir Kraft tanken können und Gottes Welt genießen – nicht nur die Gesunden und Jungen, sondern gerade die Kranken und Schwachen.

In diesem Sinn: Kommt gut in den Juli und die anschließende Urlaubszeit. Immer mit dem Segen Gottes.

 


Foto: Boch

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