Zu Beginn des Gottesdienstes zogen zu lauter Musik 13 Konfis durch den Mittelgang in die Kirche ein. Alle hatten etwas zu essen oder zu trinken dabei. Und schon wenige Sekunden später sah es im Altarraum ein wenig aus wie beim berühmten Bild „Das letzte Abendmahl“ von Leonardo da Vinci: 13 Konfis saßen vorne, einer in der Mitte hatte einen Teller mit Brot mitgebracht und einen Kelch mit Traubensaft.
Alles im Gottesdienst wurde von den Konfis gemacht – vom Gesangbuchverteilen, über die Psalm- und Bibellesung, bis hin zu einer Erklärung, was denn das Abendmahl auch heute noch aktuell macht. Schnell wurde im Interview klar: Es geht einerseits um die Erinnerung daran, dass Jesus das an seinem letzten Abend mit seinen Freunden gefeiert hat. Aber dann auch um Dinge, die wir gut kennen: Ein schlechtes Gewissen haben und sich entschuldigen und Vergebung zu erleben, zum Beispiel. Oder die Essenszeit nutzen, um ein paar Minuten am Tag mit der Familie zusammen zu sein. Oder eben mit anderen Menschen zusammen zu feiern, ganz gleich, ob man sich gut kennt oder sich besser oder schlechter leiden kann.
Natürlich wurde dann auch ein Abendmahl gefeiert. Zuerst für die Konfis aus ihren selbstgefertigten Kelchen. Und dann kamen fast alle Besucher in der Kirche nach vorne, stellten sich in der langen Reihe an, um dann von den Konfis Brot und Traubensaft zu bekommen.
Es ist schön zu sehen, wie die Jugendlichen mit viel Ernst, Konzentration und Spaß den eigenen Gottesdienst mit ihren Familien und der weiteren Gemeinde gefeiert haben – viel schöner als die „Konfirmandenprüfung“, die der Gottesdienst ersetzt, früher war.
Foto: Ockert

